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"Palliativmedizin ist die aktive und umfassende Betreuung und Behandlung schwerstkranker Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung mit dem Ziel die Lebensqualität zu verbessern."
Ziel des Teams der interdisziplinären Palliativstation mit 12 Betten (Leitung: Dr. Thomas Jehser) ist es, schwerst erkrankten Menschen und solchen in der letzten Lebensphase, wenn sie durch ihre Erkrankung besonders beeinträchtigt werden, ein weitestgehend beschwerdefreies Leben in der häuslichen Umgebung oder die Weiterbetreuung in einem Hospiz zu ermöglichen.

Hierzu besteht eine enge Kooperation mit Hausärzten, Home Care-Einrichtungen, erfahrenen, ambulanten Pflegediensten und qualifizierten ehrenamtlichen Helfern. In enger Abstimmung mit der Pflegeüberleitung am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe soll die Kluft zwischen stationärer und ambulanter Versorgung in diesem vernachlässigten Bereich überwunden werden. Mit den 7 Berliner Hospizen, besonders dem Gemeinschaftshospiz Christophorus, das im Sommer 2004 auf dem Gelände des Gemeinschaftskrankenhauses eröffnet wurde, gibt es eine enge Zusammenarbeit.
Indikationen zur Aufnahme auf der Palliativstation sind neben therapieresistenten Schmerzen, Störungen der Atmung, Ernährungs- und Verdauungskomplikationen, Kachexie (Auszehrung), Hauterscheinungen und andere Beschwerden bei Tumorerkrankungen, AIDS, schweren neurologischen und anderen malignen ("bösartigen") Erkrankungen sowie deren psychosoziale Begleiterscheinungen.
In den letzten 10 Jahren sind ca. 2000 Patienten auf der Palliativstation behandelt worden. Optimale Schmerzlinderung und eine adäquate Ernährungstherapie, die die spezialisierten Möglichkeiten der modernen Palliativmedizin (wie die Durchführung invasiver Maßnahmen z.B. Implantation von Ports, Ernährungssonden, Stents, PDKs, Pumpen und neurolytischer Blockaden, Bestrahlungs- und Chemotherapie) berücksichtigt, sind eine wichtige Voraussetzung, um die bewusste Auseinandersetzung des Patienten und seines sozialen Umfelds mit Fragen des unheilbar Krankseins, des Sterbens, Abschiednehmens und "Übergangs" als eine selbstverständliche, zum Leben gehörende Erfahrung zu ermöglichen.
Die in der anthroposophischen Menschenkunde begründeten Therapiemethoden haben in der Palliativsituation eine hohen Stellenwert. Deswegen geht es nicht nur darum, den erkrankten Menschen in seinen biopsychosozialen Bezügen, sondern auch in seinem ganz individuellen Denken, Fühlen und Wollen zu verstehen und ihn auf seinem durch die Auseinandersetzung mit der Krankheit bestimmten Weg zu begleiten und zu unterstützen. Bei Patienten mit Tumorerkrankungen hat besonders die Misteltherapie einen anerkannten Stellenwert bekommen. Die Zusatztherapien der anthroposophisch erweiterten Heilkunst (Malen, Plastizieren, Musiktherapie, Heileurythmie, rhythmische Massage) sollen dazu beitragen, die eigenen Kräfte zu aktivieren und kreative Möglichkeiten in der Krankheitsauseinandersetzung zu entwickeln. Die aufgeschlossene und verständige Bereitschaft der Pflegenden, Ärzte, Psychologen, Therapeuten und Helfer zu Gesprächen mit den Patienten und allen an der Betreuung "unheilbar" Kranker Beteiligten, ist für Sterbende und deren Angehörige in der Abschiedsphase eine wichtige Hilfe in der Trauerarbeit. Die guten räumlichen Voraussetzungen auf der Palliativstation des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe erlauben es, dass Angehörige in der Phase des Sterbeprozesses mit aufgenommen werden bzw. eine "Rooming in"-Möglichkeit erhalten können und dass auch die Begleitung der Verstorbenen in würdevoller Weise erfolgen kann.
Zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronischen Schmerzzuständen besteht am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe eine Schmerzambulanz. Die Behandlung kann auf Überweisung ambulant oder im Einzelfall auch stationär erfolgen. Das Therapieangebot umfaßt neben medikamentöser Einstellung unter Berücksichtigung anthroposophischer, homöopathischer und phytotherapeutischer Heilmittel auch anästhesiologische Verfahren, Akupunktur, transkutane Nervenstimulation, Implantation von Analgetikapumpen, Psychotherapie und künstlerische Therapieverfahren.
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